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CHOR    ST.   MAURITIUS  RÜLZHEIM

ST. MAURITIUS

 
Mauritius, Märtyrer
Primicerius der Thebaischen Legion, gegen Ende des 3. Jh. im Lager bei Agaunum (Wallis) gestorben.
 
Fest: 22. September.  
 
Als älteste Quellen für das Martyrium des Mauritius und seiner Gefährten Exuperius und Candidus dient zunächst die »Passio Acaunensium martyrum« des Bischofs Eucherius von Lyon (gest. 449-450) sowie die eigenständige, »vielleicht auch schon im 5. Jh. entstandene Passio anonyma« (Ernst Tremp).
 
Mauritius war Führer der Thebaischen Legion im Lager bei Agaunum (Wallis). Die Enthauptung des Mauritius und seiner Gefährten soll auf Befehl von Kaiser Maximianus erfolgt sein.
Um das Jahr 380 hat Bischof Theodor von Octodurus die Gebeine der Märtyrer erheben lassen. Darüber ließ er eine Kirche erbauen, die bald ein großer Wallfahrtsort geworden ist. Dies ist auch die Keimzelle der Abtei von St. Maurice, die hier 515 gegründet wurde.
 
Ab 824 wurde St Maurice Stift, das den Kult des hl. Mauritius sehr verbreitete. Die zahlreichen Pilger trugen die Verehrung nach Frankreich, Italien, Deutschland, England, Spanien und ganz vereinzelt auch nach Österreich.

Mauritius wird erwähnt bei Gregor von Tours in dessen Gloria martyrum 75. Dieser Tatsache entspricht auch die Aufnahme in das Martyrologium Hieronymianum.
 
Bereits bei den Merowingern wurde Mauritius sehr verehrt. Dann erscheint er in den karolingischen Laudes regiae als Militär-Heiliger. 888 wird er Patron des Königreiches Burgund. Kaiser Otto I. widmete das im Jahre 937 gegründete Kloster und das 967 »durchgesetzte« (K. H. Krüger) Erzbistum Magdeburg dem Mauritius. Der Grund hierfür war: Otto schrieb den Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld am 10. August 955 der Fürsprache des Mauritius zu. Schließlich ließ Otto I. das Fest des Mauriius im Jahre 962 vom Papst bestätigen. Kaiser Otto III. übergab Boleskaw Chrobry eine Hl. Lanze als Mauritiusspeer. M. blieb auch Reichspatron unter den Saliern. Nach K. H. Krüger wurde vom 12. Jh. an der Kaiser in St. Peter am Mauritiusaltar gesalbt
(Ordo Cencius II).
 
Im 15. Jh. wurde Mauritius Patron von Ritterorden. (z.B. Orden vom Goldenen Vlies). Seit dem 12. Jh. wurde Mauritius als »herzoge der More« bezeichnet, so an der Deutschen Kaiserchronik, Vs. 6503. Zunächst wird er vereinzelt (so in Magdeburg), dann vom späten 14. Jh. an »sehr häufig« (K. H. Krüger) als Schwarzer dargestellt. Daher gilt er auch als Patron der Farbhandwerke. In Deutschland ist bis zum heutigen Tage die Abteikirche von Tholey im Saarlande ein Verehrungsort des hl. Mauritius. Dort liegen auch Reliquien des Heiligen.

In Nordtirol ist ein Verehrungsort von Mauritius, in St. Moritzen bei Telfs im Oberinntal.
 
Er gilt auch als Patron der Pferde. Nicht zu vergessen ist auch die Wallfahrt zu Mauritius in Allmannshofen (Bistum Augsburg).
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